Digitale Herausforderungen 2026 für den deutschen Mittelstand - Einschätzungen von Sebastian von Bomhard, Vorstand und Gründer der SpaceNet AG

Warum Datensouveränität, Security und Compliance zwar im Mittelstand ankommen – aber später als erwartet

2026 wird für den deutschen Mittelstand ein Jahr, in dem digitale Weichen neu gestellt werden. Zunehmende Regulierung, die aktuelle Bedrohungslage und die deutliche Sensibilisierung für das Thema Souveränität bestimmen die Digitalisierungsstrategie der Unternehmen und treiben Neuerungen voran. Gleichzeitig wirkt die wirtschaftliche Unsicherheit bremsend und verstärkt bestehende Abhängigkeiten von US-Anbietern. Die Praxis bleibt also ambivalent.

Sebastian von Bomhard, Vorstand und Gründer der SpaceNet AG, ordnet die Lage ein – realistisch nach innen, richtungsweisend nach außen.

1. Datensouveränität wird zur Schlüsselkomponente – doch der Mittelstand zögert weiter

Datensouveränität gewinnt an Bedeutung, politisch wie gesellschaftlich. Der Internationale Strafgerichtshof, immer mehr deutsche Bundesländer und ein wachsendes öffentliches Bewusstsein sprechen eindeutig für europäische IT-Anbieter. Gleichzeitig bleibt der Mittelstand in der Praxis vorsichtig: So ist das Thema Datensouveränität seit 30 Jahren ein entscheidender Faktor für den sicheren und klugen Betrieb von Unternehmen – und doch setzen viele immer noch auf ein Tool. Die bequeme Funktionssicherheit der großen Anbieter, gepaart mit Wissenslücken über souveräne Alternativen, führt zu einer paradoxen Situation: Man weiß, dass man handeln müsste – aber man handelt noch nicht.

2. Managed Security Services setzen sich durch

Die Anforderungen an die Sicherheit sind hoch, der Schutzbedarf wächst, und interne SOCs sind für den Mittelstand schlicht unrealistisch. Unternehmen, die sich statt in ihre Sicherheit zu investieren auf ihre Versicherungen verlassen, müssen erkennen, dass dieser vermeintliche Schutz nicht greift. Managed SOC- und SIEM-Services werden 2026 deshalb an Bedeutung gewinnen – vor allem dort, wo ein Vorfall im Umfeld stattgefunden hat oder ein fähiger CISO Druck auf die Entscheider macht.

3. Hybride Infrastruktur bleibt der pragmatische Standard – jedoch nicht der ideale

Viele mittelständische Unternehmen setzen weiterhin auf hybride IT-Infrastrukturen. In Wahrheit ist ein hybrides Modell jedoch hochkomplex in der Administration – dennoch wird es ihre Daseinsberechtigung behalten, weil vielerorts das Bewusstsein für tragfähige Alternativen fehlt. Allerdings können lokale Anbieter durchaus mit Nachvollziehbarkeit und Transparenz punkten: Bei SpaceNet beispielsweise ist ein Auditor in der Lage, das Rechenzentrum physisch zu prüfen und den Nachweis direkt zu bestätigen – bei Hyperscalern ist das nicht möglich. Somit bleibt die hybride Welt auch 2026 bestehen – weniger aus Überzeugung als aus Unsicherheit.

4. Compliance wird zum Dauerprojekt – allerdings weiterhin reaktiv

Die regulatorische Dichte steigt: KRITIS, DORA, Datenschutz und weitere Regulierungen sorgen für eine strukturelle Compliance-Belastung. Doch der Mittelstand bleibt zögerlich. Eine häufig anzutreffende Haltung besteht darin, nächst einmal die Entwicklung abzuwarten. Eindringliche Warnhinweise führen allerdings in vielen Fällen auch nicht zu Investitionen, sondern zu Abwehrreaktionen. Erst Audits, externe Vorgaben oder Vorfälle erzeugen echten Handlungsdruck. Deshalb wird Compliance 2026 zwar omnipräsent sein – aber selten proaktiv organisiert.

5. Wirtschaftliche Unsicherheit verschärft den Investitionsstau – aber die Erholung kommt

Die anhaltende Rezession beeinflusst IT-Budgets massiv. Investitionen in Sicherheit oder Souveränität werden zurückgestellt – selbst dort, wo die Risiken offensichtlich sind. Viele Kunden argumentieren: In der Rezession haben wir andere Sorgen als Sicherheit – aber vielleicht gibt es morgen nichts mehr zu beschützen. Gleichzeitig wurde jedoch auch das Angebot gestiegen. Der Mittelstand hat nun mehr Ansatzmöglichkeiten, auch in einer Rezession vernünftige Maßnahmen zu ergreifen. Daher erwarten wir 2026 eine verstärkte Nachfrage.

6. KI und Datenschutz werden zum neuen Aufreger – und zum neuen Souveränitätstreiber

Mit dem Vormarsch generativer KI verschiebt sich der Blick des Mittelstands: Es geht nicht mehr nur um Datenspeicherung, sondern um algorithmische Auswertung. Ein Beispiel hierfür ist Microsoft Copilot: Diese Anwendung erfasst sämtliche Interaktionen – oftmals ohne, dass den Nutzern bewusst ist, dass sie damit ihre eigene Ersetzbarkeit trainieren. Zusätzlich wächst das Misstrauen gegenüber US-Plattformen, die Marktdaten gegen ihre Kunden nutzen. Die Kombination aus KI-Power, wirtschaftlichem Druck und Intransparenz führt zu einer neuen Debatte um digitale Selbstbestimmung. Dieses Thema wird 2026 stark an Bedeutung gewinnen – und viele Unternehmen werden die Risiken erstmals deutlich erkennen.

Über die SpaceNet AG 

Der Managed Service Provider/Managed Security Service Provider aus München unterstützt Unternehmen, Organisationen und öffentliche Auftraggeber darin, eine starke und resiliente IT aufzubauen, zu verwalten und weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der persönlichen Beratung und klugen Umsetzung von IT-Security- und Cloud-Lösungen – mit und ohne KI. Zum Angebotsspektrum zählen gemanagte IT-Services, individueller Support auch für Non-Standard-Applikationen, 7x24-Service und sichere Collaboration-Tools, wie Zamadama und Nextcloud.  

Mit über 130 Fachleuten steht die SpaceNet AG rund 1.200 Unternehmen zur Seite, darunter der ANTENNE BAYERN und dem Münchener Verkehrs- und Tarifverbund (MVV). Die SpaceNet AG München betreibt ihre Cloud- und IT-Services in mehreren redundanten Hochsicherheitszentren in München, ist zertifiziert nach dem Sicherheitsstandard ISO 27001 und arbeitet nach ITIL. Zur SpaceNet-Unternehmensfamilie gehören auch die brück IT GmbH, ein Systemhaus für Rechtsanwälte, Architekten und andere Freie Berufe, und die SOFTIQ Deutschland GmbH, die auf individuelle Software- und KI-Projekte spezialisiert ist. www.space.net 

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Kafka Kommunikation GmbH & Co. KG

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